Erstbehandlung

 

 

 

Essentiell bei jeder Behandlung ist es, das Pferd als Ganzes zu betrachten. Von den Zähnen bis zum Schweif, von den Hufen bis zum Rücken, von Haltung, über Fütterung und Training. Alle diese Punkte müssen betrachtet werden um ein optimales Behandlungsergebnis erzielen zu können.

Ein Sattel, der nicht passt, ist vergleichbar mit einem drückenden Schuh. Ganz ehrlich, würden Sie zu kleine Schuhe anziehen, und dann am besten noch mit jemand auf dem Rücken eine Stunde Ballett tanzen oder stundenlang wandern gehen? Sie können sich bestimmt vorstellen, dass das früher oder später zu Schmerzen führen würde. Der Schmerz als Symptom kann behandelt werden. Doch erst wenn die Ursache, nämlich die drückenden Schuhe/Sattel behoben sind, hat der Organismus die Chance sich dauerhaft zu regenerieren. Dieses Beispiel der nicht passenden Ausrüstung steht exemplarisch für eine Vielzahl möglicher Problemauslöser und soll verdeutlichen, warum es eine ganzheitliche Betrachtung so wichtig ist, um einen langfristigen Heilungserfolg erzielen zu können.

Aus diesem Ansatz heraus, bestehen meine Erstbehandlungen immer mindestens aus den folgenden Leistungen:

  •           Huf-/Zahncheck Die Hufe werden im Zuge der Behandlung sowohl in Bewegung als auch im Stand bewertet. Verbesserungsvorschläge werden mit dem Besitzer besprochen. Durch gezielte Handgriffe und Blicke ins Maul werden die Zähne des Pferdes beurteilt. Im Falle eines Befundes wird eine Zahnbehandlung empfohlen.
  • Tastbefund Bei der sogenannten Palpation wird das ganze Pferd mit den Händen abgetastet. Dadurch könnenz. B. Verspannungen, Wärmedifferenzen und Muskeltonus lokalisiert und bewertet werden.
  •  Sichtbefund Beim Sichtbefund wird das Pferd von allen Seiten betrachtet. Dabei werden unter anderen Allgemeinzustand, Bemuskelung, Stellung der Gliedmaße, etc. beurteilt.
  •          Ganganalyse Bei der Ganganalyse wird das Pferd in Bewegung betrachtet. Der Pferdebesitzer führt das Pferd auf ebenen festen Untergrund im Schritt und Trab vor. Danach folgt die Beurteilung des Gangbilds an der Longe.  Das Pferd wird dazu in allen 3 Grundgangarten unausgebunden mit Halfter longiert. Abschließend werden noch das Rückwärtsrichten und die Bewegung in engen Volten beurteilt.
  •           Gelenktests Sämtliche Gelenke des Patienten werden  in ihrer natürlichen Bewegung getestet und somit auf etwaige Bewegungseinschränkungen und Anomalien hin geprüft.  Das gibt wichtige Aufschlüsse für die Behandlung der gefundenen Läsionen.
  •      Osteopathische und physiotherapeutische Behandlung Durch verschiedene Techniken werden die in den vorangegangenen Untersuchungen notierten Befunde behandelt. Pferde sind keine Maschinen sondern Individuen. Aus diesem Grund wird die Behandlung und die Wahl der Techniken speziell auf den Patienten abgestimmt.  Während der Behandlung achte ich ununterbrochen auf die Reaktionen des Patienten.  Entspannte Körperhaltung, halbgeschlossene Augen, Kauen, Gähnen geben Rückschlüsse auf den Erfolg der Behandlung.  Hektik, Anspannung und Stress hat bei einer Behandlung nichts zu suchen. In ruhiger Atmosphäre können selbst aufgeweckte Pferde gut entspannen, sind kooperativ und es kann ein bestmögliches Behandlungsergebnis erzielt werden. 
  • Sattel- und Zaumzeugcheck Sattel , Geschirr, Zäumung werden am Pferd beurteilt. Damit kann erkannt werden ob eventuelle Reizungen von der Ausrüstung kommen und ob Änderungen derselben notwendig sind.
  •           Trainingsempfehlungen Auf Grundlage der Informationen aus Untersuchung und Behandlung werden Trainingsempfehlungen ausgesprochen. Generell empfehle ich immer die ersten 3 Tage nach der Erstbehandlung  im Schritt mind. 30 Minuten spazieren zu führen. Die folgenden 3 Tage sollte das Pferd unausgebunden locker longiert werden. Nach dieser Zeit kann begonnen werden, die weiteren Trainingsempfehlungen umzusetzen. In Einzelfällen kann dieses Vorgehen auch angepasst werden. Schul- oder Sportpferde beispielsweise können es sich nicht immer leisten, so lange „auszufallen“.  Unter Rücksichtnahme darauf werden die Empfehlungen angepasst.  
  •           Massageanleitungen Dem/der Besitzer/in werden Massagen beigebracht, die sie selbst zur Unterstützung des Behandlungserfolgs anwenden können und auch sollten. Durch die regelmäßige Anwendung der Griffe werden nicht nur die Geschmeidigkeit des Pferdes positiv beeinflusst sondern auch die Bindung zwischen Mensch und Pferd gestärkt. 

 

Befunde und Informationen werden notiert, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder darauf zugreifen zu können.

Zusätzlich wird dadurch der Behandlungserfolg dokumentiert.

 

Eine Erstbehandlung dauert in der Regel bis zu 2 Stunden.

Preis: 140 € zzgl. Fahrtkosten

 

Nach einer Behandlung

Es kann vorkommen, dass der Patient in den ersten Tagen nach der Behandlung einen Muskelkater bekommt. Das ist nicht schlimm, sondern ein ganz natürlicher Prozess.  Muskelkater kann entstehen, muss aber nicht. Denn immer wieder höre ich von Pferdebesitzern, dass sich ihre Pferde bereits in den ersten Tagen nach der Behandlung elastischer und geschmeidiger bewegen und sogar manche „Widersetzlichkeiten“ plötzlich verschwunden seien. Jeder Organismus ist anders und spricht unterschiedlich auf die Behandlung an. Damit der Körper optimal regenerieren kann, empfehle ich generell das Pferd 3-6 Tage nach einer Behandlung nicht zu reiten, sondern anderweitig zu bewegen.